Werkzeug mieten oder kaufen? Die kluge Entscheidung für Heimwerker
Stell dir vor: Du willst dein Bad renovieren. Du brauchst einen Fliesenschneider, einen Betonmischer, eine Rüttelplatte - und einen Winkelschleifer für die alten Fliesen. Alle zusammen kosten über 1.000 Euro. Und danach? Sie stehen im Keller, nehmen Platz weg, stauben ein und werden nie wieder gebraucht. Ist das wirklich sinnvoll?
Die Antwort lautet: Nein. Nicht, wenn du sie nur einmal brauchst. Aber ja, wenn du sie monatlich nutzt. Die Frage ist nicht mehr ob du Werkzeug kaufst oder mietest. Sondern wann du was tust. Und das ist einfacher, als du denkst.
Wie viel kostet wirklich, was du brauchst?
Ein Fliesenschneider kostet im Laden zwischen 250 und 400 Euro. Mieten? 15 bis 25 Euro pro Tag. Rechne mal: Nach 10 Tagen Nutzung hast du schon 150 Euro ausgegeben. Nach 16 Tagen hast du mehr bezahlt als beim Kauf. Das heißt: Wenn du den Fliesenschneider nur für ein Wochenende brauchst, sparest du Geld. Wenn du ihn aber für drei Wochen am Stück nutzt, lohnt sich der Kauf.
Ein Akkubohrschrauber? Kaufen: 80 bis 150 Euro. Mieten: 8 bis 12 Euro pro Tag. Break-even: nach 7 bis 12 Tagen. Ein Winkelschleifer? Kaufen: 60 bis 120 Euro. Mieten: 6 bis 10 Euro. Du brauchst ihn nur 6 Tage? Mieten. 12 Tage? Kaufen.
Und was ist mit der Rüttelplatte? Die kostet 400 bis 800 Euro. Mieten? 25 bis 40 Euro pro Tag. Nach 10 Tagen ist sie schon teurer als der Kauf. Aber: Hast du Platz für eine Rüttelplatte in deiner Garage? Hast du Lust, sie zu reinigen, zu ölen, zu lagern? Wahrscheinlich nicht. Also mieten. Einfach. Sauber. Kein Stress.
Das ist die Faustregel: Wenn du ein Werkzeug weniger als 10 bis 15 Mal pro Jahr brauchst, miete es. Mehr? Kauf es. Das gilt für Spezialgeräte, große Maschinen, saisonale Ausrüstung - und auch für teure Bohrer, die du nur für eine einzige Wand brauchst.
Warum mieten viele Heimwerker heute smarter?
Früher war es ein Zeichen von Kompetenz, alles zu besitzen. Heute ist es ein Zeichen von Intelligenz, nur das zu besitzen, was du wirklich brauchst.
Stell dir vor, du hast drei Kreissägen. Eine alte, eine mittlere, eine neue. Du weißt nicht, welche du für welches Projekt nimmst. Du hast sie alle gekauft, weil du dachtest: „Vielleicht brauche ich sie mal.“ Jetzt stehst du vor deiner Werkzeugwand und hast keine Ahnung, welches Modell am besten passt. Du improvisierst. Und das Ergebnis? Schlecht.
Beim Mieten ist das anders. Du holst dir immer das aktuellste, leistungsfähigste Gerät. Keine stumpfen Klingen. Kein verschlissenes Kabel. Kein stinkender Motor. Der Verleiher sorgt dafür, dass alles funktioniert. Du bekommst Profiqualität - für einen Bruchteil des Preises.
Und dann ist da noch der psychologische Vorteil: Du kannst verschiedene Modelle ausprobieren. Eine Heimwerkerin aus Lüneburg hat drei verschiedene Kreissägen gemietet, bevor sie sich für eine entschieden hat. Sie wusste erst nach dem Test, welches Modell ihr wirklich liegt. Ohne Mieten hätte sie 400 Euro für eine Säge ausgegeben - und wäre danach unzufrieden gewesen.
Was du nicht mehr brauchst: Lagerplatz, Wartung, Stress
Ein Handwerker namens Kühberger hat vor fünf Jahren sein Lager umgestaltet. Er hat 80 Prozent seiner Werkzeuge verkauft. Stattdessen mietet er, was er braucht. Sein Lager? Heute halb so groß. Seine Kosten? Ein Drittel niedriger. Seine Stimmung? Besser.
Platz ist teuer. In Lüneburg, in Hamburg, in Berlin - überall steigen die Mieten. Und du sollst jetzt noch einen ganzen Raum für Werkzeuge opfern, die du einmal im Jahr brauchst? Das ist kein Heimwerken. Das ist Verschwendung.
Wartung? Kein Problem mehr. Wenn dein Bohrer kaputt ist, hast du keinen Kummer. Du gibst ihn zurück. Der Verleiher repariert ihn. Du holst dir einen neuen. Kein Werkzeugkoffer, der voller Schrauben, Ölflecken und defekter Akkus ist. Kein Gefühl, als müsstest du ein kleines Werkstatt-Unternehmen führen.
Und was ist mit Feiertagen? Plötzlich brauchst du eine Bohrmaschine, weil dein Nachbar eine Wand durchbohren will? Du hast keine. Du bist aufgeschmissen. Mietest du, kannst du am Freitagabend online reservieren, am Samstagmorgen abholen und am Montag zurückbringen. Einfach. Schnell. Kein Stress.
Was du nicht vergessen darfst: Verfügbarkeit und Qualität
Es gibt einen Haken. Wenn du mietest, hängt alles von einem einzigen Ding ab: der Verfügbarkeit. Wenn kein Fliesenschneider mehr da ist, weil drei andere Leute ihn gleichzeitig brauchen - dann bist du aufgeschmissen.
Das ist der größte Nachteil. Deshalb: Plane früh. Reserviere deine Werkzeuge mindestens eine Woche vorher. Besonders bei großen Maschinen wie Betonmischern oder Rüttelplatten. Viele Anbieter haben nur ein oder zwei Geräte pro Modell auf Lager. Wenn du am Freitag spontan loslegst, könnte es sein, dass du warten musst.
Und Qualität? Die ist bei professionellen Anbietern oft besser als bei günstigen Kaufgeräten. Du bekommst Markengeräte von Hilti, Makita, Bosch - nicht die Billigversion aus dem Baumarkt. Aber: Wenn du ein Gerät zurückgibst und es beschädigt ist, musst du zahlen. Deshalb: Lies die Bedingungen. Prüfe das Gerät vor der Abholung. Mache Fotos, wenn du etwas siehst, das nicht stimmt. Und halte dich an die Anleitung. Ein Winkelschleifer, der falsch benutzt wird, kann kaputtgehen. Das ist dann deine Verantwortung.
Wo kannst du mieten? Der Markt ist voller Optionen
Es gibt nicht mehr nur eine Firma, die Werkzeuge verleiht. Fast jeder größere Baumarkt hat heute einen Mietdienst. In Lüneburg, in Hamburg, in Hannover - du findest sie alle. Die Preise sind ähnlich. Die Auswahl ist groß.
Einige Anbieter bieten sogar Pakete an: „Badrenovierung-Startpaket“ - mit allem, was du brauchst, für 150 Euro die Woche. Oder „Garten-Saison-Paket“ - mit Rasenmäher, Kehrmaschine und Vertikutierer für 20 Euro pro Tag. Das ist günstiger, als alles einzeln zu mieten.
Und dann gibt es noch Hilti. Ja, der große Hersteller. Die bieten Werkzeuge auf Zeit an - aber nur für Betriebe. Du brauchst einen Vertrag. Ein Flottenmanagement. Für private Heimwerker ist das nicht relevant. Aber es zeigt: Der Trend ist ernst. Selbst Profis mieten heute mehr, als sie kaufen.
Die klügste Strategie: Kombinieren
Die beste Lösung ist nicht „mieten“ oder „kaufen“. Sondern: beides.
Kaufe das, was du regelmäßig brauchst: Eine gute Bohrmaschine, einen Akkuschrauber, einen Hammer, eine Zange, ein Maßband. Dinge, die du monatlich nutzt. Dinge, die nicht teuer sind und nicht viel Platz brauchen.
Miete das, was du selten brauchst: Betonmischer, Rüttelplatte, Fliesenschneider, Kettensäge, Dampfreiniger, Tischkreissäge. Alles, was teuer ist, groß ist oder nur einmal im Jahr gebraucht wird.
Und wenn du ein Projekt hast, das länger dauert? Dann kauf es. Wenn du drei Monate lang an deiner Terrasse arbeitest, ist es sinnvoll, den Betonmischer zu kaufen. Du nutzt ihn ständig. Du sparst Mietkosten. Du hast ihn immer da. Das ist dann kein Luxus. Das ist Logik.
Die Zukunft des Heimwerkens ist nicht das Besitzen. Sondern das Nutzen. Du bist kein Sammler. Du bist ein Praktiker. Und Praktiker nutzen das Beste - und zahlen nur dafür, was sie wirklich brauchen.
Was du jetzt tun solltest
- Erstelle eine Liste: Welche Werkzeuge brauchst du für dein nächstes Projekt?
- Prüfe die Preise: Wie viel kostet der Kauf? Wie viel kostet die Miete für 5, 10, 15 Tage?
- Frage dich: Wann brauche ich es das nächste Mal? Und danach? Und danach?
- Reserviere früh: Wenn du mietest, hole es mindestens 7 Tage vorher.
- Prüfe das Gerät vor Abholung: Fotos machen, Defekte notieren.
- Verwende es richtig: Lies die Anleitung. Das spart dir Ärger und Geld.
Es geht nicht darum, alles zu haben. Es geht darum, immer das Richtige zu haben - ohne dafür zu bezahlen, was du nicht brauchst.
Erwin Kamaruddin S A
Februar 13, 2026 AT 13:47Ich hab mir letztes Jahr nen Winkelschleifer gemietet, weil ich nur eine Wand abschleifen wollte. Hat 18 Euro gekostet. Hätte ich gekauft, wär ich jetzt mit nem Teil rumgezogen, das ich nie wieder brauche. Einfach smarter.