Heizwasserqualität sichern: Korrosionsschutz und Filter für moderne Heizungen
Ein kaputter Heizkörper, ein verstopfter Fußbodenheizungsring oder eine defekte Pumpe - oft liegt das Problem nicht an der Technik, sondern am Wasser. Ja, richtig gelesen: Das Wasser in Ihrer Heizung ist der entscheidende Faktor für ihre Lebensdauer. In Deutschland verursachen Schäden durch schlechte Heizwasserqualität jährlich über 500 Millionen Euro an Reparaturkosten. Das ist kein kleines Problem - das ist eine Systemkrise, die viele Hausbesitzer einfach ignorieren.
Warum ist Heizwasser so wichtig?
Heizungswasser ist kein Trinkwasser. Es ist ein Arbeitsmedium, das durch Rohre, Heizkörper und Kessel fließt, um Wärme zu transportieren. Aber es ist kein reines H2O. Es enthält Sauerstoff, Mineralien, Metallpartikel und Schwebstoffe. Wenn diese Stoffe nicht kontrolliert werden, beginnt Korrosion. Eisen und Stahl rosten, Kupfer wird porös, und Schlammbildung verstopft feinste Kanäle. Das Ergebnis? Weniger Wärme, höhere Energiekosten, und am Ende ein teurer Neukauf. Die VDI 2035, die aktuell seit 2020 gültig ist, legt genau fest, wie Heizungswasser beschaffen sein muss. Sie ist nicht nur eine Empfehlung - sie ist die Grundlage für die Garantie von fast allen Heizungsherstellern, wie Bosch Thermotechnik 2023 explizit bestätigt. Wer diese Regeln ignoriert, verzichtet auf seine Garantie, ohne es zu merken.Die drei Säulen des Heizungsschutzes
Es gibt nicht die eine Lösung. Ein funktionierender Korrosionsschutz besteht aus drei Säulen: chemischer Schutz, elektrochemische Technik und Filtration. Jede Säule hat ihre Stärken - und ihre Schwächen.- Chemischer Schutz mit Inhibitoren wie coracon® VE 9 oder thermofit ist die gängigste Methode. Diese Flüssigkeiten werden in das Heizwasser gegeben und bilden eine unsichtbare Schutzschicht auf Metallflächen. Sie sind einfach zu dosieren, preiswert und werden in 68 % der neuen Heizungen eingesetzt. Aber sie wirken nicht ewig. Die Konzentration muss alle 1-2 Jahre überprüft werden. Und wenn sie zu niedrig ist - rostet es trotzdem.
- Elektrochemische Systeme wie der Elysator Trio 25.1 oder elector-Reaktionsbehälter arbeiten ohne Chemie. Sie nutzen Magnesiumanoden, die elektronisch Sauerstoff binden und so Korrosion verhindern. Laut einer Langzeitstudie der TU München reduzieren diese Systeme die Korrosionsrate um 45 % im Vergleich zu rein chemischem Schutz. Aber sie kosten 450-800 Euro Anschaffung und brauchen eine fachgerechte Installation. Und: Zu viele Magnesiumanoden können andere Komponenten beschädigen - eine Falle, vor der der VDI-Fachbereich warnt.
- Filtration ist der unsichtbare Held. Filter von Anbietern wie UWS-Technologie entfernen Partikel bis zu 5 Mikrometer Größe. Das sind winzige Rostflocken, Schlammpartikel, Dichtungsreste. Ohne Filter sammeln sich diese im System und verstopfen Pumpen, Ventile, Kessel. Studien zeigen: Regelmäßige Filtration senkt die Korrosionsrate um bis zu 70 %. Aber Filter müssen alle 6-12 Monate gewechselt werden. Wer das vergisst, hat einen teuren Staubsauger im Heizungskeller.
Die beste Lösung? Eine Kombination. 78 % der Heizungsinstallateure in einer Umfrage des Verbandes der Heizungsbauer (VdH) aus 2023 nennen die Kombination aus chemischem Schutz und Filtration als zuverlässigste Methode. Elektrochemische Systeme sind effektiv - aber teuer. Sie lohnen sich besonders bei großen Anlagen, Wärmepumpen oder wenn Sie auf Chemie verzichten wollen.
Was sagt die VDI 2035 genau?
Die VDI 2035 ist Ihr Handbuch für langlebige Heizungen. Sie schreibt klare Werte vor:- Elektrische Leitfähigkeit: Maximal 100 µS/cm. Zu viel Salz = mehr Korrosion. Deshalb wird heute bei der Erstbefüllung oft Weichwasser verwendet - aber das bringt neue Probleme: Weiches Wasser greift Metall stärker an. Deshalb braucht es jetzt noch mehr Schutz.
- pH-Wert: Mindestens 8,3. Ein zu niedriger pH-Wert (saures Wasser) ist wie Essig auf Metall - es frisst. Produkte wie coracon® VE 9 halten den pH-Wert stabil bei 8,60 ± 0,2.
- Sauerstoffgehalt: Wird ab 2026 noch strenger geregelt. Der aktuelle Entwurf der neuen VDI 2035 fordert noch niedrigere Sauerstoffwerte - weil Wärmepumpen und Niedertemperatursysteme empfindlicher sind.
Die Regeln sind nicht willkürlich. Sie basieren auf jahrzehntelanger Forschung. Wer sie ignoriert, spielt mit der Lebensdauer seiner Heizung. Und die kostet mehr als ein Filter oder ein Chemiekonzentrat.
Was funktioniert wirklich - und was nicht?
Nutzererfahrungen aus Heizungsforen zeigen, wie unterschiedlich die Realität sein kann. Ein Nutzer namens „HeizMeister2022“ berichtete, dass sein 20-jähriger Fußbodenheizungsring nach 15 Jahren mit chemischem Schutz voller Rost war. Nach Einbau des Elysator Trio 25.1 - kein Rost mehr. Ein anderer, „SanitärHans“, hatte thermofit korrekt dosiert - aber nach 18 Monaten fand er trotzdem Rostpartikel. Warum? Weil er keinen Filter hatte. Die Chemie schützt, aber sie kann nicht filtern. AquaConcepts coracon® VE 9 hat auf Trustpilot eine 4,3 von 5-Bewertung. Nutzer loben die einfache Handhabung und die nitritfreie Formulierung - ein wichtiger Punkt, denn Nitrit ist giftig und wird in vielen neuen Produkten abgeschafft. Aber auch hier: Nur mit Filter wirkt es langfristig.
Die Zukunft: Chemiefrei, intelligent, nachhaltig
Der Markt verändert sich. 2023 waren chemische Inhibitoren noch die Nummer eins - aber der Trend geht klar zu chemikalienfreien Systemen. Bis 2028 soll ihr Anteil von 22 % auf 35 % steigen, sagt das Fraunhofer-Institut. Warum? Weil Menschen mehr Transparenz wollen. Weil Wärmepumpen empfindlicher sind. Und weil die Politik die Umweltbelastung durch Chemikalien reduzieren will. Neue Technologien kommen: Elysator Engineering AG hat im März 2024 ein IoT-System vorgestellt, das die Wasserwerte per App anzeigt - Sie sehen live, ob Ihr Schutz noch wirkt. AquaConcept plant bis Ende 2025 coracon® VE 10, das biologisch abbaubare Polymere enthält, um Schlammbildung besser zu verhindern. Und am Fraunhofer ISC forschen Wissenschaftler an nanostrukturierten Beschichtungen, die direkt ins Wasser gegeben werden und die Korrosionsschutzwirkung um bis zu 50 % steigern könnten.Was bleibt? Die Erkenntnis: Heizwasser ist kein Nebenschauplatz. Es ist das Herzstück Ihrer Heizung. Wer hier spart, zahlt später doppelt. Die Lebensdauer von Heizungen könnte von heute 15-20 Jahren auf 25-30 Jahre steigen - wenn man die richtigen Maßnahmen nimmt.
Was tun Sie jetzt?
Wenn Sie eine neue Heizung installieren lassen: Fragen Sie nach der VDI 2035. Fordern Sie eine Wasseranalyse an. Fragen Sie, welches Schutzsystem eingesetzt wird - und ob es dokumentiert wird. Lassen Sie sich die Konzentration der Chemikalien zeigen. Fragen Sie nach einem Filter. Und lassen Sie sich den Wartungsplan geben. Wenn Sie eine alte Heizung haben: Lassen Sie das Heizwasser prüfen. Ein einfacher Test kostet 50-80 Euro. Wenn die Leitfähigkeit über 100 µS/cm liegt, wenn der pH-Wert unter 8,3 ist, wenn Schlammpartikel sichtbar sind - dann handeln Sie. Nicht morgen. Nicht nächstes Jahr. Jetzt.Ein Filter, ein Konzentrat, eine Anode - das sind keine teuren Extras. Das sind die Grundlagen einer Heizung, die 30 Jahre hält. Und das spart nicht nur Geld. Es spart auch Zeit, Nerven und die Umwelt - weil Sie nicht alle 15 Jahre eine neue Heizung kaufen müssen.
Was passiert, wenn ich das Heizwasser nicht behandele?
Ohne Behandlung korrodiert das Metall in Ihrer Heizung - besonders Eisen, Stahl und Kupfer. Rost bildet sich, Schlammbildung verstopft Pumpen und Rohre, und die Wärmeübertragung sinkt. Das führt zu höheren Energiekosten, Lärm, ungleichmäßiger Heizung und schließlich zum Ausfall von Komponenten. Die Reparaturkosten liegen in Deutschland jährlich bei über 500 Millionen Euro - und oft ist die Anlage dann nicht mehr zu retten.
Ist Weichwasser besser für die Heizung?
Nein, nicht automatisch. Weichwasser verhindert Kalk, aber es ist aggressiver gegenüber Metall, weil es weniger Mineralien enthält, die eine natürliche Schutzschicht bilden. Die VDI 2035 erlaubt Weichwasser - aber nur, wenn zusätzlich ein chemischer Korrosionsschutz eingesetzt wird. Ohne Schutz beschleunigt Weichwasser die Korrosion.
Wie oft muss ich das Heizwasser prüfen lassen?
Bei chemischem Schutz: Alle 1-2 Jahre. Bei elektrochemischen Systemen: Jährlich die Anoden prüfen. Bei Filtration: Filter alle 6-12 Monate wechseln. Eine professionelle Wasseranalyse mit Leitfähigkeit und pH-Wert sollte mindestens alle drei Jahre erfolgen - besonders bei älteren Anlagen oder nach Renovierungen.
Kann ich den Korrosionsschutz selbst einbauen?
Chemische Inhibitoren können Sie selbst dosieren - aber nur, wenn Sie die richtige Menge kennen und die Anlage vollständig entlüftet ist. Falsche Dosierung ist der häufigste Fehler (35 % aller Fälle laut VdH). Elektrochemische Systeme und Filter müssen von einem Fachmann installiert werden. Sonst verlieren Sie Ihre Garantie, und der Schutz wirkt nicht.
Warum ist die VDI 2035 so wichtig?
Weil sie die einzige verbindliche Norm in Deutschland ist, die die Anforderungen an Heizungswasser definiert. Fast alle Hersteller verlangen die Einhaltung der VDI 2035 für die Garantie. Wer sie ignoriert, hat bei einem Schaden keine Ansprüche. Sie ist kein Vorschlag - sie ist die Basis für eine sichere, langlebige Heizung.
Welche Systeme sind am besten für Wärmepumpen?
Wärmepumpen arbeiten mit niedrigen Temperaturen und sind besonders empfindlich gegen Schmutz und Sauerstoff. Hier ist eine Kombination aus elektrochemischem Schutz und Filtration ideal. Chemischer Schutz allein reicht oft nicht aus. Die neue VDI 2035 (2026) wird noch strengere Anforderungen an Sauerstoffwerte stellen - genau wegen Wärmepumpen.