Baukosten-Explosion 2025: So planen Sie Ihr Modernisierungsbudget realistisch

Baukosten-Explosion 2025: So planen Sie Ihr Modernisierungsbudget realistisch
10 Januar 2026 15 Kommentare Ronny Gunnarsson

Warum Ihr Modernisierungsplan jetzt schon scheitert - und wie Sie das verhindern

Im Jahr 2025 ist eine Modernisierung kein einfacher Heimwerkerprojekt mehr. Es ist ein Finanzmarathon mit unvorhersehbaren Hürden. Wer 2020 noch mit einem Budget von 150.000 Euro eine komplette Wohnungssanierung geplant hat, landet heute bei über 200.000 Euro - und das ohne zusätzliche Wünsche. Die Baukosten sind nicht nur gestiegen, sie sind explodiert. Und das nicht nur kurzfristig. Die Prognosen bis 2030 sind düster: Keine Entspannung in Sicht. Die Frage ist nicht mehr, ob Sie über Ihrem Budget liegen, sondern wie stark.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Laut dem Eigentümerverband Haus & Grund sind Rohbauarbeiten seit 2010 um 77,1 % teurer geworden. Ausbauarbeiten? +88,3 %. Und die technischen Gewerke - Heizung, Sanitär, Elektro - haben sich in den letzten 25 Jahren fast vervierfacht. Das ist kein Anstieg. Das ist eine Umstrukturierung des Marktes. Und sie trifft Sie direkt, wenn Sie Ihre Wohnung modernisieren wollen.

Was genau treibt die Kosten so hoch?

Es ist nicht nur eine Frage von mehr Zement oder mehr Strom. Es ist ein Systemkollaps. Drei Faktoren sorgen dafür, dass jede Baustelle zur Kostenfalle wird.

  • Materialpreise: Stahl, Kupfer, Dämmstoffe, Fenster - fast alles ist teurer. Selbst wenn einzelne Materialien leicht sinken, wie etwa Holz, werden diese Einsparungen von anderen Bereichen wie Elektroleitungen oder Heizungsrohren komplett aufgefressen.
  • Handwerkerknappheit: Die meisten Baufirmen haben ihre Kapazitäten auf Neubau konzentriert. Laut GdW konnten 70 % der Wohnungswirtschaftsunternehmen 2024 keine neuen Wohnungen bauen - und die meisten davon bieten auch keine Sanierungen mehr an. Wer eine Sanierung braucht, muss warten - und bezahlen.
  • Genehmigungschaos: Die Bauämter sind überlastet. Die durchschnittliche Genehmigungsdauer für eine Modernisierung liegt mittlerweile bei 6,8 Monaten. Das ist 38 % länger als 2020. Während Sie warten, steigen die Preise. Jeder Monat verzögerte Planung kostet Sie Geld.

Ein Beispiel aus Berlin: Ein Hausbesitzer wollte 2024 seine Heizung und Bad modernisieren. Die erste Kostenschätzung: 28.500 Euro. Sechs Monate später, als die Arbeiten losgingen, lag die Rechnung bei 36.200 Euro. Warum? Die Elektroinstallation stieg um 22,4 %, die Sanitärarbeiten um 18,7 %. Keine Vertragsänderung. Keine unerwarteten Schäden. Einfach: Die Preise waren in der Zwischenzeit gestiegen.

Wie viel Puffer brauchen Sie wirklich?

Früher reichte ein Puffer von 5 bis 10 %. Heute ist das Selbstbetrug. Die Studie „Wohnungsbau in Deutschland 2025“ zeigt: Über 60 % aller Modernisierungsprojekte liegen über dem Median. Das bedeutet: Die Mehrheit scheitert am Budget. Die Deutsche Gesellschaft für Facility Management (GEFMA) sagt klar: Planen Sie mindestens 25 % Puffer ein. Und das ist das Minimum.

Warum 25 %? Weil die Wahrscheinlichkeit einer Kostenüberschreitung bei Modernisierungen 2025 bei über 85 % liegt. Das ist kein Risiko. Das ist die Norm. Wenn Sie also 120.000 Euro Budget haben, sollten Sie 150.000 Euro planen. Und wenn Sie 150.000 Euro haben, sollten Sie 187.500 Euro auf dem Papier haben. Sonst brechen Sie die Finanzierung.

Die Realität: Viele Hausbesitzer rechnen mit 10 % Puffer - und landen bei 20 % Überschreitung. Dann müssen sie Kredite nachfinanzieren, Sparziele opfern oder die Sanierung abbrechen. Keine gute Option.

Waage mit Badezimmergerät gegen steigende Kostenbeschriftungen, mit Uhr im Hintergrund

Was sollten Sie zuerst machen - und was aufschieben?

Nicht alle Modernisierungen sind gleich wichtig. Und nicht alle sind gleich teuer. Die Schlüsselstrategie: Phasenplanung.

Ein Beispiel: Sie haben eine 1970er-Wohnung mit defekter Heizung, alten Fenstern und einem veralteten Bad. Sie wollen alles auf einmal machen. Aber das ist der größte Fehler. Warum? Weil Sie alle Kosten gleichzeitig auf einmal bezahlen müssen - und gleichzeitig den höchsten Preis zahlen.

Stattdessen: Machen Sie es in zwei Phasen.

  1. Phase 1 (Jetzt): Heizung und Dämmung. Warum? Weil diese Maßnahmen sofort Energiekosten sparen. Und weil sie die größten Kostenfaktoren sind. Wenn Sie die Heizung wechseln, sparen Sie 20-30 % Heizkosten. Das Geld fließt zurück in Ihr Budget.
  2. Phase 2 (In 12-18 Monaten): Bad und Fenster. In dieser Zeit haben Sie Geld gespart, die Preise könnten sich stabilisieren - oder Sie haben einen neuen Handwerkervertrag abgeschlossen.

Die GdW-Daten zeigen: Projekte, die in Phasen geplant werden, haben durchschnittlich 14,3 % geringere Kostenüberschreitungen. Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist ein Unterschied zwischen Überleben und Pleite.

Wie Sie Handwerker an den Tisch bekommen - und Preise festlegen

Die meisten Hausbesitzer unterschätzen die Macht von Verträgen. Ein Angebot ist kein Preis. Ein Angebot ist eine Momentaufnahme. Und in 2025 ist jede Momentaufnahme veraltet, bevor Sie sie unterschreiben.

Die einzige Lösung: Framingverträge. Das ist kein Marketingbegriff. Das ist ein echtes Instrument. Eine Wohnungsbaugenossenschaft in Stuttgart hat das erfolgreich gemacht. Sie hat langfristige Rahmenverträge mit fünf Handwerksbetrieben abgeschlossen - für Heizung, Elektro, Sanitär, Dach und Tischlerei. Die Preise sind für drei Jahre festgeschrieben. Die Kostensteigerung bei ihrer Großsanierung: 8,2 %. Der Branchendurchschnitt: 21,5 %.

Sie können das auch. Suchen Sie sich drei seriöse Handwerker aus Ihrer Region. Bitten Sie sie um ein Angebot mit Fixpreis für die nächsten 12-18 Monate. Bieten Sie ihnen eine langfristige Zusammenarbeit an. Vielleicht nicht für ein großes Projekt - aber für mehrere kleinere. Das lohnt sich für sie. Und für Sie.

Wenn sie ablehnen? Dann suchen Sie weiter. Diejenigen, die bereit sind, Preise zu binden, sind die, die planen. Und die, die planen, sind die, die überleben.

Familie unterschreibt Rahmenvertrag mit Handwerker in Wohnzimmer mit Sanierungsplan

Was Sie auf keinen Fall tun dürfen

Es gibt drei tödliche Fehler, die jedes Budget zerstören.

  • Nicht auf die Genehmigungszeit achten: Sie denken, Sie können im März mit der Sanierung beginnen. Aber wenn die Genehmigung bis August dauert, sind die Preise um 10-12 % gestiegen. Planen Sie die Zeit ein - nicht nur die Arbeit.
  • Alles auf einmal machen: Sie wollen das Bad, die Heizung, die Fenster, die Fassade, die Elektroanlage - alles auf einmal. Das ist der Weg in die Schuldenfalle. Phasieren Sie. Priorisieren Sie. Sparen Sie.
  • Keine Puffer einrechnen: „Ich habe genau das Geld.“ Das ist die häufigste Aussage vor dem Desaster. In 2025 gibt es keine exakten Budgets. Nur ungefähre. Und die müssen großzügig sein.

Was bleibt: Realismus statt Hoffnung

Die Baukrise ist keine temporäre Inflation. Sie ist strukturell. Die Preise für Bauland sind seit 2010 um 179,9 % gestiegen. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen sinkt. Die Handwerker sind knapp. Die Genehmigungen dauern länger. Die Zinsen bleiben hoch. Und die Regierung hat noch keine Lösung.

Das bedeutet: Wer heute eine Modernisierung plant, muss mit einem anderen Denken starten. Nicht mit „Wie viel kostet das?“, sondern mit „Wie viel kann ich mir leisten, wenn alles doppelt so teuer wird?“

Die gute Nachricht: Es ist möglich. Aber nur mit klarem Kopf, realistischer Planung und einem Budget, das nicht nur die Kosten abdeckt - sondern auch die Unsicherheit. Wer heute mit 25 % Puffer plant, wird 2026 noch eine Wohnung haben. Wer mit 10 % plant, wird vielleicht nur eine Rechnung haben.

15 Kommentare

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    jens lozano

    Januar 12, 2026 AT 05:45

    Also ich hab mal ne Wohnung sanieren lassen und die Handwerker kamen mit ner Rechnung die höher war als mein Jahresgehalt und ich dachte ich bin in einer Sci-Fi-Serie gelandet wo Zement teurer ist als Gold
    Jetzt hab ich nen Kredit und keinen Spaß mehr
    Die Welt ist verrückt geworden

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    Mylander Plattner

    Januar 13, 2026 AT 07:53

    Die von Ihnen zitierten Zahlen sind ungenau und nicht repräsentativ. Der Eigentümerverband Haus & Grund ist kein wissenschaftliches Institut, sondern ein Lobbyverein. Die 77,1 % Steigerung bei Rohbauarbeiten beziehen sich auf einen selektiven Zeitraum und ignorieren Inflation, Preisindexe und regionale Unterschiede. Zudem wird nicht erwähnt, dass die Baukosten in Deutschland seit 2023 leicht rückläufig sind. Ihre Argumentation ist irreführend und verursacht unnötige Panik.

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    Manuel Kurzbauer

    Januar 14, 2026 AT 13:26

    Es ist traurig, wie sehr wir uns an das Konzept von „Bauen als Investition“ geklammert haben, statt es als Lebensraum zu verstehen. Wir haben vergessen, dass Häuser nicht nur aus Beton und Rohren bestehen, sondern aus Menschen, die darin leben. Wenn wir jetzt alles mit einem Budget wie bei einer Aktienbörse planen, dann verlieren wir das Wesentliche: den Ort, an dem wir uns sicher fühlen. Die Kosten steigen – aber was ist mit der Menschlichkeit?

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    Tobias Bordenca

    Januar 16, 2026 AT 02:29
    Die 25 % Puffer? Das ist doch lächerlich. Ich hab in der Schweiz schon mit 40 % geplant – und trotzdem war’s knapp! Und dann kommt noch die Steuerbehörde und sagt: „Ach, das ist doch keine Modernisierung, das ist eine Neubau-Verdichtung!“ Und plötzlich ist alles anders! Und dann kommt noch der Denkmalschutz – weil die 70er-Jahre-Fenster angeblich „kulturhistorisch wertvoll“ sind! Wer hat das erfunden?!?!!!
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    Nadine Jocaitis

    Januar 16, 2026 AT 18:12

    Ich hab’s auch erlebt – mit 150.000 Euro angefangen, bin bei 210.000 gelandet. Aber ich hab’s nicht als Misserfolg gesehen, sondern als Lernprozess. Die Heizung zu wechseln, war die beste Entscheidung – die Monatssparen haben uns fast 10.000 Euro im ersten Jahr gebracht. Es ist hart, aber es lohnt sich. Bleibt dran.

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    Nadja Senoucci

    Januar 17, 2026 AT 05:57

    Handwerker suchen, warten, zahlen, warten, zahlen wieder. Kein Ende. Ich hab drei Angebote, alle anders. Und keiner sagt, was wirklich drin ist. Ich hab keine Kraft mehr.

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    Britt Luyckx

    Januar 19, 2026 AT 02:31

    Ich hab vor drei Monaten meine Küche sanieren lassen – und ich war so verzweifelt, dass ich fast aufgegeben hab. Aber dann hab ich einen kleinen Betrieb gefunden, der mit mir die Kosten in drei Schritten aufgeteilt hat. Kein Druck. Kein Stress. Nur Respekt. Und jetzt hab ich eine Küche, die mich jeden Tag freut. Ihr könnt das auch. Es gibt noch gute Menschen in diesem Gewerbe.

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    Alex Byrne

    Januar 20, 2026 AT 07:34

    Wusstet ihr, dass die Regierung die Baukosten absichtlich hochtreibt, damit wir alle in Sozialwohnungen ziehen? Die Bauindustrie ist eine Tochtergesellschaft von BlackRock. Die Handwerker sind alle von der EU bezahlt, damit sie nicht genug arbeiten können. Und die Genehmigungen dauern so lange, damit wir keine Häuser mehr bauen können – und dann müssen wir uns von Big Brother einmieten lassen. Das ist keine Krise. Das ist eine Kontrolle.

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    Johanna Jensen

    Januar 20, 2026 AT 08:11

    Ich hab letztes Jahr mein Bad gemacht. Hab 20 % Puffer genommen. War genau richtig. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Und ich hab mir gesagt: Wenn’s mehr wird, dann wird’s mehr. Aber ich hab nicht verzweifelt. Ich hab einfach weitergemacht. Manchmal reicht ein kleiner Schritt. Und dann noch einer. Und dann ist es geschafft.

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    matthew canning

    Januar 21, 2026 AT 05:04

    Die strukturelle Inflation im Bausektor ist eine direkte Folge der monetären Expansion seit 2020, kombiniert mit einer elastischen Arbeitsmarktpolitik, die den Fachkräftemangel nicht adressiert, sondern institutionalisiert. Die Preiselastizität der Nachfrage ist in diesem Segment nahezu null, was zu einer hyperinflationären Dynamik führt. Die Lösung liegt nicht in Puffern, sondern in einer systemischen Reform der Bauvorschriften und der Subventionierung von modularer Bauweise.

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    Erwin Kamaruddin S A

    Januar 22, 2026 AT 22:18

    Ich hab vor zwei Jahren meine Dachdämmung gemacht. Hatte 10 % Puffer. Ist auf 18 % gestiegen. Habe mich nicht beschwert. Hab den Handwerker gefragt, ob er was sparen kann. Hat gesagt: „Kannst du die Dämmung weglassen?“ Nein, hab ich gesagt. Hab’s gezahlt. Und jetzt ist’s warm. Einfach so.

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    Joshua Halloran

    Januar 24, 2026 AT 20:13

    Ich bin kein Bauexperte. Ich bin nur ein Mensch, der versucht, ein Zuhause zu haben. Die Zahlen sind erschreckend. Aber ich hab gelernt: Wer hier panisch wird, verliert. Wer ruhig bleibt, findet Wege. Ich hab jetzt einen Plan. Und ich hab keine Angst mehr. Nicht weil es leicht ist. Sondern weil ich es mir wert bin.

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    Lucas Schmidt

    Januar 26, 2026 AT 09:59

    Interessant, wie hier alle so tun, als wäre die Baukrise ein Zufall. Nein. Es ist eine gezielte Umverteilung. Die großen Baukonzerne haben die Handwerker aus dem Markt gedrängt. Die Genehmigungsbehörden wurden mit Bürokratie überflutet, damit nur noch „vertrauenswürdige“ Firmen arbeiten dürfen – also die, die mit den Politikern befreundet sind. Wer nicht zahlt, wird nicht gebaut. Wer zahlt, bekommt eine Rechnung mit 30 % Aufschlag. Das ist kein Markt. Das ist ein Kartell.

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    Christian Kliebe

    Januar 27, 2026 AT 11:49

    Ich hab letzte Woche einen Handwerker gefunden, der mir einen Fixpreis für 18 Monate gab – und er hat sogar einen Rabatt draufgepackt, weil ich ihm zwei weitere Projekte versprochen hab! Es geht! Man muss nur mutig sein. Und nicht auf die großen Firmen warten. Die kleinen Typen mit dem kaputten Van und dem Lächeln? Die sind die Helden. Die sind die Zukunft. Ich hab ihnen mein Herz gegeben – und sie haben mir meine Wohnung zurückgegeben.

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    Kristine Haynes

    Januar 28, 2026 AT 15:59

    Ich habe die Studie von GEFMA gelesen. Die 25 % Puffer sind empirisch fundiert. Es ist keine Empfehlung, es ist eine Notwendigkeit. Wer dies ignoriert, handelt nicht nur unvorsichtig, sondern verantwortungslos gegenüber seiner eigenen finanziellen Zukunft. Planung ist keine Option. Sie ist die Grundlage für Stabilität.

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