Letzter Gottesdienst in Frankfurt-Griesheim und Jahresabschluss

Am 30.12.2018 fand der letzte Gottesdienst in Frankfurt-Griesheim statt, da im neuen Jahr die Gemeinde Griesheim mit Zeilsheim und Höchst zu einer neuen Gemeinde in Frankfurt-Höchst zusammengeschlossen werden. Den Gottesdienst führte Bezirksältester Basche durch, der mit dem Bibelwort aus Psalm 126,3 diente: „Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.“ Der Männerchor griff dieses Wort in dem Lied „Lobe den Herrn meine Seele“ auf.

Der Bezirksälteste begrüßte zu diesem Gottesdienst besonders die Griesheimer, die ehemaligen Griesheimer und die Griesheimer im Herzen ...

Bezugnehmend auf die Aussage, dass der Herr Großes getan hat wünschte er, dass hoffentlich ein jeder für sich persönlich aber auch die Gemeinde als Ganzes dieses auch so empfinde. „Der Herr vollendet sein Werk, dieses Ziel bleibt im neuen Gemeindeverbund gleich, ebenso die Menschen, die Gott als Werkzeuge gegeben hat.“, so der Bezirksälteste.

Ein schöner Brauch an Silvester sei es, an die drei schönsten Augenblicke im Jahr zu erinnern. Dabei stellt man auf einmal fest, dass es schwierig ist, die Schönsten auszuwählen. „Vergiss nicht, was der Herr Dir Gutes getan hat“, forderte der Bezirksälteste die Gemeinde auf. Denn jeder Augenblick ist Gnade. In jedem Gottesdienst können wir uns von den Sünden entlasten. Von der Verheißung seiner Wiederkehr zu hören ist Gnade. Und mancher kann auch davon berichten, wie Gott in sein Leben eingegriffen hat. Auch wenn Situationen für uns gerade schwierig sind, so wird der Moment kommen, an dem klar wird, warum es so sein musste. „Es bleibt nicht so“, gab er den Zuhörern mit. Diese Zuversicht möge ansteckend sein.

Der mitdienende Priester griff das Lied "Das Gotteshaus ist unser Lust" auf. Wenn wir in diesem Sinn handeln, blicken wir nicht nach hinten, sondern in die Gemeinde und diese Lust ist genau da, wo wir sind. Der mitdienende Diakon betonte, dass dieser Gottesdienst keine Trauerfeier sei, denn man sehe sich ja in der neuen Gemeinde schon ganz bald wieder.

Erinnerungen vor endgültiger Profanierung

Vor der Entwidmung der Kirche am Ende des Gottesdienstes berichtete der ehemalige Vorsteher aus der Chronik: So wurden 1906 erstmals Gottesdienste in Griesheim durchgeführt. Nach wenigen Jahren besuchten die Geschwister die Gottesdienste in Höchst, bis durch Krieg auch dort ab 1915 keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden konnten. Erst ab 1925 waren Gottesdienste in Griesheim wieder möglich, ab 1931 dann in einem größeren Versammlungssaal und im Jahre 1937 hatte die Gemeinde bereits 170 Mitglieder.

Am 1. März 1944 wurde die Kirche bei einem Fliegerangriff zerstört. Ab 1946 wurde wieder in wechselnden Lokalitäten Gottesdienst gehalten, bis schließlich im Jahre 1960 ein Grundstück gekauft wurde und dort im Jahr 1965 die jetzige Kirche eingeweiht wurde. Heute am 30.12.2018 findet nun der letzte Gottesdienst statt. Am Ende zitierte der Bezirksälteste noch aus dem Einweihungsgottesdienst von 1965, in welchem der Bischof seinerzeit sagte: „Heute tun wir die ersten Schritte in diesem Heiligtum, wann werden wir die letzten tun. Lasst uns nie vergessen, dass wir nur Gäste sind“.