Chronik F-Sachsenhausen

Kurzchronik F-Sachsenhausen

Die Geschichte der Gemeinde F-Sachsenhausen ist die Geschichte der Gemeinden F-Oberrad, F-Sachsenhausen und F-Niederrad , die in den gleichnamigen, südlich des Mains gelegenen, benachbarten Stadtteilen lagen.  Diese drei Gemeinden entstanden in den 20er Jahren, wobei F-Sachsenhausen für eine lange Zeit den Namen Frankfurt-Süd trug.

Unterbringung in Schulen, Kino, Wohnungen

In der Zeit von 1921 bis 1958 war die Gemeinde Süd/Sachsenhausen an den verschiedensten Orten untergebracht. Begonnen hatte es im Lichtspielhaus „Harmonie“, ein Kino das heute noch existiert. Erste offizielle Versammlungsstätte war die Frankensteiner-Schule von 1921 bis 1929. Von 1929 bis 1952 war die Gemeinde in einem Hinterhaus in der Gutzkowstraße 7 untergebracht. Als dieses 1944 beschlagnahmt wurde, stellten die Geschwister Langenstedt, die dort wohnten, ihre Wohnung für die Gottesdienste zu Verfügung. Da diese zu klein war, um alle Geschwister aufzunehmen, musste die Gemeinde in 2 Gruppen aufgeteilt werden, für die zeitlich versetzt die Gottesdienste gehalten wurden. In den  Jahren 1943/44 kamen auch die Geschwister aus Oberrad und Niederrad wieder dazu, die ihre Versammlungs-stätten verloren hatten. Nach Ende des Krieges konnte das alte Kirchenlokal wieder benutzt werden.  

In den Jahren 1929-1952  verdoppelte sich die Zahl der Sachsenhäuser Geschwister von 90 auf 180, so dass die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten. Ab dem September 1952 fanden die Gottesdienste in der Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule statt. Als diese aufgrund eines Umbaus nicht mehr zu Verfügung stand, wurde beschlossen eine eigene Kirche zu bauen. Mittlerweile war die Gemeinde auf über 250 Seelen angewachsen. Am 3. September 1958 weihte Bezirksapostel Rockenfelder das für einen Betrag von 200.000 DM errichtete neue Kirchengebäude ein. Er diente mit dem Wort aus Hebräer 3,1-6, Eingangslied: „Hehr und heilig ist die Stätte“. An diesem Gottesdienst nahmen 473 Geschwister teil.

Zweimal besuchte Stammapostel Bischoff danach die Gemeinde. Das erste Mal wenige Wochen nach der Einweihung, am 4.12.1958, das zweite Mal am 17.1.1960.

Die Zeit in den 40er und 50er Jahren war durch die räumliche Nähe zum Stammapostel geprägt, durch Übertragung, Einladung oder persönliche Besuche gab es 4-5 Stammapostel-gottesdienste im Jahr.  Während seiner Amtszeit wird von wenigstens 11 Gottesdiensten in der Gemeinde selbst berichtet.

Auch Bezirksapostel Rockenfelder kam bis etwa 1970 fast in jedem Jahr zweimal nach Sachsenhausen. Dies änderte sich mit Beginn der 70er Jahre.  Gottesdienste der Apostel fanden  in der Regel in F-West, F-Südwest oder in der Kongresshalle statt. Dazu war die Gemeinde entweder eingeladen oder der Gottesdienst wurde übertragen.

F-Niederrad und F-Oberrad nach 1945

1948 kehrten  die Niederräder wieder zurück in ihren Stadtteil. Dort konnte zunächst der Singsaal der Frauenhofschule angemietet werden. 1952 besucht Apostel Bischoff die Gemeinde. In diesem Gottesdienst wird der spätere Bezirksapostel Wend versiegelt.  Im Jahr 1955 wechselte die Gemeinde noch einmal das Kirchenlokal  und zog in die Schwarzwaldstraße, wo sie bis 1990 blieb. Seit 1975 betreute Hirte Günther Weiler, Vorsteher der Gemeinde F-Süd, auch die Gemeinde F-Niederrad als Vorsteher. Am 13.07.1988 besucht mit Apostel Freudenberg zum ersten Mal nach 36 Jahren wieder ein Apostel die Gemeinde.  

 1951 kamen auch die Geschwister aus Oberrad wieder in ihren Stadtteil. Auf dem Trümmer-grundstück der Geschwister Reukauf wurde in den Jahren zuvor unter Mithilfe vieler Gemeindemitglieder ein Wohnhaus errichtet, in dessen 1. Stockwerk die Gemeinde unterkam. Schon 1955 musste es um einen Anbau ergänzt werden, damit alle Geschwister dort unterkommen konnten.

Im Jahr 1953 wurden die Gemeinden in Frankfurt zusammen mit den Gemeinden im Umland in die drei Ältestenbezirke F-Ost, F-West und F-Nord aufgeteilt. Während die Gemeinden F-Süd und F-Niederrad zum Bezirk West gehörten und häufig gemeinsame Gottesdienste erlebten, war die Gemeinde F-Oberrad Teil des Bezirks F-Ost. Erst 1983, als der heutige Frankfurter  Stadtbezirk gegründet wurde, kam auch die Gemeinde Oberrad zu besonderen Gottesdiensten wieder nach F-Sachsenhausen.

Die Zusammenlegung der Gemeinden

Im Jahr 1990 wurden die Gemeinden F-Niederrad und F-Oberrad aufgelöst und mit der Gemeinde F-Sachsenhausen zusammengelegt. Neben der geringen Auslastung der Kirche in Sachsenhausen wurde diese Entscheidung auch von der Tatsache beeinflusst, dass die beiden anderen Gemeinden keine eigenen Kirchenlokale besaßen, sondern in angemieteten Räumen zusammen kamen. Den ersten gemeinsamen Gottesdienst hielt am 24.10.1990 der damalige Apostel Wend.  

Mitgliederentwicklung

In den ersten 20 Jahren nach Entstehung der neuen Kirche sank die Zahl der Geschwister rapide. Waren 1959 noch 261 Mitglieder im Kirchenbuch verzeichnet, so waren es 20 Jahre später, im Jahr 1979, nur noch 111. Zur Zeit der Zusammenlegung waren Sachsenhausen 87, in Oberrad 75 und in Niederrad 64 Geschwister im Kirchenbuch eingetragen.  

In den letzten Jahren zählte die Gemeinde zwischen 150 und 160 Geschwister.

Chronologie

1921

 

Gründung der Gemeinde F-Süd

1928

 

Gründung der Gemeinde F-Niederrad, bestehend aus Geschwistern, die zuvor zu F-Südwest gehörten

1929

 

Aus der Gemeinde F-Süd geht die Gemeinde F-Oberrad hervor

1943/44

 

F-Niederrad u- F-Oberrad sind aufgrund des Verlustes ihrer Gemeindelokale wieder in Sachsenhausen untergebracht

1948

 

Für F-Niederrad konnte wieder ein eigenes Lokal angemietet werden

1951

 

Die Geschwister aus F-Oberrad haben ebenfalls wieder ein eigenes

1952

 

Umzug der mittlerweile 180 Mitglieder zählenden Gemeinde F-Süd in die Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule

1958

 

Am 3. 9. Einweihung der neuen Kirche in F-Sachsenhausen durch Bezirksapostel Rockenfelder

1973

 

Renovierung der Kirche, die Gemeinde ist in dieser Zeit in der Freiherr-vom-Stein-Schule untergebracht

1983

 

Anlässlich der Neugründung des Frankfurter Ältestenbezirks wird F-Süd in F-Sachsenhausen umbenannt

1990

 

Zusammenlegung der Gemeinden F-Niederrad, F- Sachsenhausen und F-Oberrad, den ersten gemeinsamen Gottesdienst hält Apostel Wend am 24.10.1990

2007

 

Am 17.1 hält Bezirksapostel Wend einen Gottesdienst in F-Sachsenhausen, in dem er den geplanten Kirchenneubau offiziell ankündigt

2009  

Am 31.05.2009 hält Apostel Opdenplatz den letzten Gottesdienst im alten Kirchengebäude.

2009 - 2011  

Die Gemeinde besucht zunächst von Juni - August die Gottesdienste in der Gemeinde F-Südwest. Ab September 2009 findet die Gottesdienste wieder in Sachsenhausen statt. Dafür konnte die ehemalige Cafeteria eines Altenheims angemietet werden

2011  

Am 15.06.2011 weiht Bezirksanpostel Koberstein das auf dem alten Kirchgrundstück neu erbaute Kirchengebäude ein.