Bischof Fesdjian dient in F-Nord

(F-Nord, 04.01.17) Bischof Fesdjian und seine Frau besuchten über die Weihnachtsfeiertage ihre Verwandten in Frankfurt und damit auch die Gottesdienste in Frankfurt-Nord. Zur Freude aller Geschwister hielt der Bischof - vor seiner Abreise in die Heimat - noch einen Gottesdienst in der Gemeinde. Er diente mit dem Wort aus Lukas 24 Vers 15.

Für den Bischof bedeutete der Gottesdienst eine besondere Herausforderung. Er hatte bei früheren Besuchen schon mitgedient und auch schon einen Gottesdienst in Englisch gehalten, der simultan übersetzt wurde. Diesmal hatte er den Wunsch den Gottesdienst in Deutsch zu halten um den Geschwistern näher zu sein. So wurde es dann auch ein besonderes Erlebnis, weil man verspürte, dass viele Gebete der Anwesenden das Dienen des Bischofs unterstützten.

Das Textwort handelt von der Begebenheit der Emmausjünger, die nach der Kreuzigung Jesu Jerusalem verließen und in ihre Heimat nach Emmaus zogen. Auf dem Weg unterhielten sie sich angeregt über die gerade erlebten Vorfälle, bis sich zu ihnen, der für sie zunächst nicht erkennbare Sohn Gottes gesellte. Er erläuterte ihnen die in den alten Schriften über den Messias  gegebenen Verheißungen und brach dann beim Abendessen das Brot mit ihnen. Daraufhin verschwand er, sie erkannten wer mit ihnen geredet hatte und machten sich noch in der Nacht auf den Rückweg nach Jerusalem.   

Bischof Fesdjian verdeutlichte zu Beginn seines Dienens, dass dieses Wort uns auf zwei wichtige Aspekte unseres Glaubenslebens aufmerksam macht. Zum einen den Umgang mit Enttäuschungen und zum anderen die Fürsorge Jesu, der jedem nachgeht, auch wenn wir uns auf einem falschen Weg befinden. Enttäuschung liegt vor, nicht weil Jesus etwas falsch gemacht hat, sondern weil unsere Erwartungen falsch waren. So auch bei den Emmausjüngern. Sie hatten sich eventuell eine Verbesserung ihrer Lebenssituation oder die Befreiung vom Joch der Römer  erhofft. Der Bischof erwähnte ein Wort von Apostel Opdenplatz, der im Dezember in einem Gottesdienst ausführte, dass der Teufel uns am Zaun beschäftigen möchte, während uns der Kern nicht mehr so wichtig erscheint. D.h. wir beschäftigen uns mit Nebensächlichkeiten und das wirklich Wichtige tritt in den Hintergrund. Was sollte uns denn wichtig sein:

                Das was Jesus in der Bergpredigt gelehrt hat.
                Die Sakramente
                Die Liebe zum Herrn und zum Nächsten

Petrus wurde vom Herrn nur gefragt ob er ihn liebe. Durch die Liebe, wie wir sie auch in Korinther 1 Vers 13 lesen, sind uns viele Dinge möglich, zu denen wir ohne Liebe nicht in der Lage wären.

Wir wollen Gott ehren durch unsere Nächstenliebe aber auch durch unseren Glauben, der in der Lage ist Berge zu versetzen. Bischof Fesdjian hat dabei neben ein paar Beispielen, noch auf einen weiteren Gedanken aufmerksam gemacht. Berge zu versetzen kann auch bedeuten, dass wir Stein für Stein versetzen. Dies kann aus ganz kleinen Dingen bestehen, wo wir plötzlich Verständnis oder Geduld für Menschen aufbringen die uns vorher genervt haben, oder aber auch aus großen Steinen, wo unsere Emotionen oder unser Grundverständnis für Dinge plötzlich durch die Hilfe Gottes grundlegend geändert werden.

Die Gemeinde gab dem Bischof und seiner Frau Grüße für die anvertrauten Geschwister mit. Am nächsten Sonntag darf er dann wieder in seiner Sprache in Limassol (Zypern) dienen.

Text + Fotos: WR