Bezirksapostel Hagen Wend in F-West

(29.10.03, F-West) Nach dem Verlesen des Textwortes trug der Chor, der fast die Hälfte des Kirchenschiffes einnahm, das Lied "Herr mein Gott, ich trau auf dich..." vor. 

 Eingehend auf das Chorlied sprach der Bezirksapostel davon, dass wir sicher schon alle die Hilfe Gottes auf unserem persönlichen Seelen- und Glaubensleben erfahren konnten, wenn wir auf Gott vertraut haben. Eine wichtige Voraussetzung dazu war unsere "Nähe zu Gott".

 
Da stellt sich uns die Frage: Wie nahe sind wir dem Sohn Gottes wirklich? Wie nahe sind uns die, von denen die Gnade ausgeht?
 
Apostel Paulus schrieb seinerzeit der Gemeinde zu Rom: "...durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen..." (Römer 5,2)
 
Zugang - und das setzt Nähe voraus! - in den "Raum der Gnade" haben wir durch Sohn Gottes. Neben der Nähe bedarf es aber auch des Glaubens. Das Opfer Christi steht allen Menschen zur Verfügung. Jeder bestimmt aber selbst, wie weit er sich dem Herrn nähert und das Opfer Jesu gläubig ergreift.
 
Gnade war zu allen Zeiten da, auch im Alten Testament lesen wir davon. Die Gnaden Gottes (aus dem dt. Wortstamm = herabbeugen) sind vielfältiger Natur. Wie erkennen sie in der göttlichen Huld und Güte, in den Liebes- und Rettungstaten Gottes, und den persönlichen göttlichen Zuwendungen.
 
Apostel Paulus bekundete "... ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße.. ." Er konnte aber bezeugen: "...seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen". Das sollten wir auch anstreben.
 
Ohne Gnade gibt es keine Nähe zu Gott. Die Folge der nicht vergebenen Sünden ist das Getrenntsein von Gott. Wie ist unser inneres Bedürfnis zu Gott und zum Sohn Gottes zu kommen? Machen wir es uns zur Lebensaufgabe, den Zugang zur Gnade in jedem Gottesdienst zu nutzen!
 
Innere Nähe hat nichts zu tun mit äußerer Frömmigkeit! Innere Nähe ist die Verbindung des Herzens zu Gott. Diese suchen wir auch in unserem Alltag.
 
Der Herr schaut in unsere Herzen und sieht unsere menschliche Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit - aber seine Liebe zu uns sucht die unsere Liebe zu ihm.
 
Wir wollen nicht eine Religion konsumierende Gesellschaft darstellen, sondern eine echte Gemeinschaft Gnade suchender Seelen sein. Dann wird Gott uns nahe sein, da wir auch seine Nähe suchen.