Abschied von Bischof Vogel im Bürgerhaus Schwalbach

Mehr als 450 neuapostolische Christen aus Schwalbach und neun weiteren Gemeinden erlebten am Sonntag, den 11. November 2018 den letzten Gottesdienst von Bischof Vogel, der am 18. November in den Ruhestand tritt. Grundlage des Gottesdienstes war das Bibelwort aus Jesaja 62,11: „Siehe, der Herr lässt es hören bis an die Enden der Erde: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb geht vor ihm her!“

Seit über 30 Jahren feiern die Taunusgemeinden traditionell im Advent gemeinsam Gottesdienst im Bürgerhaus in Schwalbach. Dieses Jahr nun wurde der Termin vorverlegt, damit die Glaubensgeschwister noch einmal Bischof Vogel hören konnten, der im Jahr 2002 das Bischofsamt empfing und in den Kirchenbezirken Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Offenbach und Wiesbaden wirkte. Einige der Taunusgemeinden hatten bereits im Oktober in Friedberg und Frankfurt-West Abschied von Bischof Vogel genommen, sodass der Teilnehmerkreis an diesem letzten Gottesdienst auch einige Frankfurter Stadtgemeinden umfasste. Das Bezirksorchester verlieh dem Gottesdienst im Bürgerhaus Schwalbach einen festlichen musikalischen Rahmen.

Mit dem Blick auf das geschichtliche Umfeld des Bibelwortes, die Zeit der babylonischen Gefangenschaft des alten Bundesvolkes, beleuchtete der Bischof die unterschiedlichsten Situationen und Lebenslagen der Gläubigen heute. Als die Juden nach Babylon verschleppt waren, haben viele die Hoffnung und den Glauben daran verloren, jemals die Heimat wiederzusehen. Viele haben sich angepasst, es ging ihnen recht gut und sie wollten gar nicht mehr zurück.

Auch Jesus ging hier auf Erden durch unterschiedlichste Situationen und Verhältnisse, erlebte schöne Momente wie z.B. die Hochzeit zu Kanaa, aber auch zahlreiche Versuchungen sowie Trübsal und Leid. Aber in all diesen Verhältnissen vergaß er seine "Heimat" und seinen himmlischen Vater nie. Wenn wir durch die Zeit gehen, welchen Stellenwert hat die Sehnsucht nach der himmlischen Heimat noch für uns? Wir erleben Trübsal und auch Leid aber auch herausragende Erfolge.  Wir können beobachten, wie die Menschheit sich stetig weiterentwickelt. Da wird vielerorts Tolles, nahezu Unvorstellbares geschaffen. Als Beispiel sprach Bischof Vogel von den Möglichkeiten der heutigen Medizin. Heute kann man in vielen Dingen helfen, die früher unvorstellbar waren. Also ist Fortschritt und Weiterentwicklung zunächst einmal etwas Gutes. Leider müssen wir neben diesem Fortschritt oftmals auch eine rückläufige Entwicklung der Menschheit erkennen. Denn so, wie der Mensch in den wissenschaftlichen Erkenntnissen Fortschritte macht, erlebt man eine rückläufige Entwicklung im Glauben.  Je mehr die Menschheit weiß, desto weniger wird an Gott geglaubt. Doch Gott lässt sich hören bis ans Ende der Erde. So wird auch heute noch das Evangelium Jesu Christi verkündet und bis an das Ende der Welt getragen. Und was Christus gewonnen hat, den Sieg über Hölle und Tod, ist mit ihm und die daraus erworbene Möglichkeit der Gnade zieht vor ihm her.

Krankheitshalber konnte der Bezirksältese Basche an dem Gottesdienst nicht teilnehmen, doch die drei Bezirksevangelisten Blum, Heubach und Seibert bekamen die Gelegenheit, in diesem letzten Gottesdienst des Bischofs mitzuwirken. 

 

Text: G.Krei
Fotos: Jessica Krämer