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Aktualisiert: vor 1 Stunde 21 Minuten

Ohne Worte

1. September 2017 - 0:01
Schade – schon wieder tritt einer in den Ruhestand, der wirklich etwas zu sagen hatte. Da schlief keiner ein, wenn der predigte, auch nicht, wenn es mittwochabends heiß und stickig war und man einen anstrengenden Tag hinter sich hatte. Sein Wort hatte Gewicht, nicht nur im Gottesdienst, auch bei den Seelsorgebesuchen, auch, wenn er beim Verabschieden noch ein Wort zu einem sagte. Und man merkte: Dahinter stand auch viel Lebens- und Glaubenserfahrung. Und so einer sitzt jetzt in der Kirchenbank! Den hätte man gerne noch länger im aktiven Dienst gesehen. Doch wer sagt denn, dass ein Amtsträger, der im Ruhestand ist, nicht mehr predigt? Jetzt zwar nicht mehr mit Worten, aber oft genauso wirksam wie vorher. Die Predigt ohne Worte ist manchmal vielleicht sogar noch effektiver als die am Altar. Wie der die manchmal gewöhnungsbedürftigen jungen Brüder annimmt, wie der mit Veränderungen umgeht, wie der um Verständnis für die Gemeindefusion bei denen wirbt, die sich damit schwertun, wie der sich an neue Gegebenheiten anpasst, wie er selbst das lebt, was er vorher gelehrt hat, das ist schon beispielhaft. – Wohl der Gemeinde, die solche Prediger hat! Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 17/2017)

Schwäche zeigen

1. August 2017 - 0:01
Wer etwas gelten und im Leben Erfolg haben will, der darf keine Schwäche zeigen. Das lernt man schon auf dem Schulhof. Sei stark! Und wenn du es nicht bist, dann tu wenigstens so als ob! Mancher hat das Stärke-Zeigen so verinnerlicht, dass er seine Schwächen gar nicht mehr wahr­haben will. Und das ist nicht nur eine Managerkrankheit. Auch manches Gotteskind tut sich schwer damit, Schwäche zu zeigen und sich Schwachheiten einzugestehen. Immer freudig bei der Sache, immer stark im Glauben, immer treu in der Nachfolge, immer bereit zur Versöhnung und, und, und … Unglaube, Zweifel, Versagen? Nicht bei mir! Aber wer könnte von sich behaupten, immer auf der Höhe des Glaubens zu sein? Nie schwach zu werden, nie am Boden zu liegen, nie jämmerlich zu versagen? Das eigentliche Problem bei diesem Verdrängen der eigenen Schwäche ist nicht, dass man sich selbst größer macht, als man in Wahrheit ist. Fatal ist, dass damit der Stellenwert der Gnade sinkt. Denn die Größe der Gnade weiß nur der recht zu schätzen, der sich seiner Schwächen vollkommen bewusst ist. Und der sich nicht scheut, auch einmal zu sagen „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 15/2017)

Ein bisschen gesündigt

1. Juli 2017 - 0:01
Wer versucht, sich einigermaßen gesund zu ernähren, achtet darauf, bestimmte Regeln einzuhalten. Hat man sich einmal darauf eingestellt, klappt das auch ganz gut. Hin und wieder passiert aber doch mal ein „Ausrutscher“ ‒ ein Glas Wein zu viel, ein Schokoriegel zwischendurch oder das Stück Torte, das man an der Kaffeetafel nicht zurückweisen kann. Wer bemüht ist, sein Leben nach den göttlichen Geboten und im Einklang mit dem Evangelium zu führen, hat oft eine ähnliche Wahrnehmung: Eigentlich klappt es ganz gut, bis auf ein paar Ausrutscher, die einem bei allem Bemühen eben doch unterlaufen. Nichts Gravierendes, so sagt man sich, nicht die Regel, sondern die Ausnahme: hier nicht ganz die Wahrheit gesagt, da kurz die Beherrschung verloren und dort etwas über die Stränge geschlagen. Meist bereut man es auch hinterher, dass man „ein bisschen gesündigt“ hat. Aber „nur ein bisschen“ gibt es bei Gott nicht. Wer nur ein einziges Gebot verletzt, der ist am ganzen Gesetz schuldig, sagt die Schrift. Denn er hat gegen die Ordnung Gottes verstoßen. Und die gibt es immer nur als Ganze. Zum Glück aber auch die Gnade. Keiner muss sich fürchten, nur ein bisschen Gnade abzubekommen. Denn wo die Sünde mächtig ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger. Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 13/2017)