Chronik der Gemeinde Kronberg

Die Stadtgeschichte Kronbergs reicht ins 14. Jahrhundert zurück. Zur Zeit der Reformation war Ritter Hartmut XII. von Kronberg eng mit Martin Luther und seinen Ideen verbunden; er brachte den Protestantismus nach Kronberg.

Die Neuapostolische Kirche fasste hier in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts Fuß. Gläubige aus der Stadt Frankfurt trugen ihr Bekenntnis nach hier. 1928 versammelte sich erstmals die kleine Gemeinde im Wohnzimmer der Familie Lang. Sie wurde betreut durch Priester Friedrich König aus Frankfurt als dem ersten Gemeindevorsteher. Zehn Jahre später, am 31.12.1939, zählte die Gemeinde bereits 38 Mitglieder.

Von 1935 bis 1944 leitete Priester Heinrich Dietz die Gemeinde, bis 1950 Evangelist Priester Friedrich Krenkel. Er hatte mit seiner Familie vor dem Frankfurter Luftkrieg fliehen müssen und war so – wie auch andere Familien – nach Kronberg gekommen. Andererseits gab es auch Lücken in der Gemeinde, denn etliche Glaubensbrüder waren zum Kriegsdienst eingezogen worden. Als Versammlungsstätte diente in dieser Zeit die Wohnung der Familie Eschmann in der Altstadt.

Nach Kriegsende, teils nach anschließender Gefangenschaft, kehrten die Brüder zurück; auch kamen vor den Kriegswirren geflohene und evakuierte bzw. vertriebene Glaubensgeschwister nach hier. Dies führte zu einem Wachstum der Gemeinde, sodass sogenannte „Stützpunkte“ in Schwalbach [1], später in Eschborn entstanden und 1947 die Gemeinde Königstein gegründet werden konnte.

Bis zu seinem Ruhestand war Evangelist Krenkel auch dort in Königstein Vorsteher (ab 1953 lenkte Priester Engelke 32 Jahre lang, unterstützt von Priester Greß - beide aus der Gemeinde Kronberg stammend - die Königsteiner Geschicke). Die in Kronberg verbliebenen Gemeindemitglieder fanden zunächst in der Aula der Grundschule ihre Unterkunft. Ein Höhepunkt in den frühen fünfziger Jahren war ein Gottesdienst, den Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder hielt. Zeitzeugen erinnern sich an eine wahre Blumenflut, die sich Gott zu Ehren und aus Freude über den hohen Besuch vom Altar aus bis in den Saal ergoss.

Später kam die Gemeinde im Altköniggymnasiums unter. Das brachte es mit sich, dass zu jedem Gottesdienst der Raum erst hergerichtet, u. a. das schwere Harmonium vom Dachboden ins Parterre transportiert werden musste. In dieser Zeit gab es keinen Gemeindechor, aber ein Geigenduo sorgte neben dem Harmonium für eine musikalische Umrahmung der Gottesdienste.

Um 1954 zog Familie Ober zu; bei ihr zuhause in Mammolsheim fanden später an Sonntagnachmittagen Gottesdienste statt (einige Jahre später wurden die Mammolsheimer Geschwister der Gemeinde Königstein zugeordnet).

1964 stellte Priester Eschmann der Gemeinde Kronberg in seinem Haus in der Friedensstraße 17 Räume zur Verfügung. Hier fand nun die Gemeinde für 26 Jahre ihr Zuhause. 1960 war bereits  – nach Priester Friedrich Nöding und Priester Heinrich Jäger – Priester Günther Köhler (ab 1966 Hirte) Gemeindevorsteher geworden. 35 Jahre lang bis zu seiner Ruhesetzung 1995 erfüllte er diesen Auftrag. Unter seinem Wirken entstand ein zunächst kleiner Gemeindechor, später auch ein Gemeindeorchester, beides Keimzellen für die beiden auch heute noch aktiven Klangkörper. Hirte Köhler setzte seine sehr guten Kenntnisse der englischen Sprache sowohl redaktionell in dem der neuapostolischen Kirche verbundenen Verlag als auch als Englischdolmetscher für ausländische Apostel und Gäste in Festgottesdiensten ein.

1990 konnte die Gemeinde ihre eigene Kirche beziehen, die in der Wiesenau 19a errichtet worden war. Dort versammelt sie sich bis heute. Nachfolger von Hirte Köhler als Vorsteher wurden 1995 Priester Alex Stiegler, 2004 Priester Friedrich Kraus (später Evangelist). Seit 2006 trägt Priester Martin Hartauer (heute Evangelist) die Verantwortung für die Gemeinde.

Unvergessen bleibt der Internationale Kirchentag in München 2014; eine ganze Reihe von Glaubensgeschwistern nahm daran aktiv oder als Besucher teil. Aus diesem Event resultierten auch zwei Gemeindepartnerschaften (sogenannte „Schuhkarten-Aktion“).

Im Jahr 2015 erfolgte nach intensiven, teils auch emotional geführten Beratungen der Beschluss der Kirchenleitung, die Gemeinden Königstein und Kronberg am Standort Kronberg zu fusionieren. Am 26.09.2015 vollzog Apostel Opdenplatz den Gemeindezusammenschluss unter Verwendung des Bibeltextes. „Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4,2-5). 2015 gedachte man auch in einer Jubiläumsveranstaltung des 25. Jahrestags der Kirchweihe.

Aktuell (2018) unterstützen den Vorsteher neun Priester und ein Diakon in der Seelsorge der ca. 190 Gemeindemitglieder.

Quelle: Christa Brandt (2018)

 

[1] 1961 wurde Schwalbach als Gemeinde selbständig; Vorsteher war zunächst der Kronberger Vorsteher, Priester Günther Köhler, bis später Priester Kuhfuss, ein Enkel von Evangelist Krenkel, als Schwalbacher Vorsteher beauftragt wurde.